Prolog.

Die Société Générale des Ateliers de Saint-Denis (St. Denis bei Paris) beginnt 1912 mit dem Bau von 22 Luxus Restaurations-Waggons (mit den Seriennummern 2403 bis 2424) für die Firma Compagnie Internationale des Wagons-Lits, bestimmt für den inländischen französischen Zugverkehr.
Es handelt sich hierbei um luxuriöse vierachsige Teakholz- Restaurationswaggons mit blinkenden Kupferdächern und reichlich anwesenden Tageslicht. Wagon-Lits richten sich vor allem an das bessere englische Publikum, das auf komfortable Weise nach Südfrankreich, Italien oder, über französische Häfen, in ferne Länder reisen will.

Die Compagnie Internationale de Wagon-lits (atelier de forges, matériel de chemin de fer) war bis in die Siebzigerjahre in St.Denis in der 110 Rue Ambroise Croisat (der vormaligen Rue de la Gare) ansässig. Das Gebiet liegt eingeschlossen zwischen den noch bestehenden Firmen Christofle et Cie, der Nr. 108 und der Cie Genérale de Construction SNCF, der Nr. 114.

Im Moment, im September 2007, ist nur nur eine Baugrube am Ort der berühmten Waggon-Lits-Ateliers übriggeblieben und ist ein Übungsplatz für Busse auf dem Hinterhof bei den Gleisen angelegt. Ein alter Turm und überwucherte Gleise sind die letzten Zeugen des Ortes, von dem aus vor 90 Jahren alle neuen Waggons, auch des Waggon 2419 D, ihre Reise begannen.

Wagon 2419 D wird am 20. Mai 1914 geliefert und am 4. Juni offiziell zum Gebrauch freigegeben. Der Waggon beginnt auf dem Trajekt Paris- Montparnasse nach Saint Brieuc (Bretagne), später eingesetzt nach Bordeaux, und danach auf den östlichen Linien. Sein letzter Dienst auf dem Trajekt Paris- Thionville endete im August 1918.

1. Karte von Paris und Saint Denis, 1871
2. Wagon 2419 D
3. Karte Saint Denis, 1914
4. Karte Saint Denis, 1932
5. luftfoto Saint Denis, (Google 2007)


Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges werden diverse Luxuswaggons für militärische Zwecke eingesetzt. Am 7n Oktober 1918 fordert die französische Armee ungefähr zehn Waggons an, darunter Waggon 2419 D, angefordert für einen speziell einzurichtenden Zug für den französischen Oberbefehl unter Marschall Foch.

Wagon 2419 D ist gänzlich in einen komfortablen Konferenzraum umgebaut (ein Tisch von 1,5 x 2,5m mit 10 Stühlen) und versehen von Landkarten, Kommunikationsapparatur, einer Schreibabteilung u.ä..

Am 28. Oktober verlässt der Sonderzug die Werkstatt und fährt im Geheimen in Richtung Compiègne und wird da am 29n Oktober übergeben. Es sollte noch eine lange und legendäre Reise werden...