Compiègne, 11. November 1918. Ein beladener Moment
Im Wald von Rethondes bei Compiègne liegen zwei Gleise eines vormaligen Rangierplatzes dicht beieinander.
Hier steht am 8. November 1918 der Sonderzug des Marschalls Foch mit dem als Büro eingerichteten Wagon 2419 D, bereit
zu den Verhandlungen. Der Zug war am vorigen Tag um 17 Uhr von Fochs Hauptquartier in Senlis abgefahren und im Laufe
des Abends an diesem Ort angekommen. *)
Auch die Deutsche Delegation unter der Leitung des bevollmächtigten Staatssekretärs
Erzberger ist am 7. November aufgebrochen. Um 12 Uhr reisen sie per Auto von Spa aus zur französischen Grenze bei
Givet, von hier aus folgen sie einer vorgeschriebenen Route bis zum Niemandsland. Sodann werden sie in der Zone
der Alliierten in einen bereitstehenden verdunkelten französischen Zug gesetzt (Abb. 7) und zu dem Ort gefahren
wo sie mittlerweile "ausgelaugt" am 8. November um 7 Uhr morgens ankommen. (Abb. 1)
Am 8. November um 9 Uhr überqueren
die Deutschen von ihrem Zug aus eine hölzerne Plattform zum Waggon 2419 D und treffen dort die alliierte Delegation.
Zwei Stunden später ist deutlich was die Alliierten wollen und um 13 Uhr fährt einer der deutschen Delegierten mit
dem Paket der Forderungen ab nach Spa.
Das Warten hat begonnen. Dann antwortet Berlin (per Telegraf über den Eiffelturm)
und die Nacht vom 10. zum 11. November wird für ausführende Verhandlungen genutzt, worauf um fünf Uhr morgens beide
Parteien im Waggon 2419 D den Waffenstillstand unterzeichnen.
Um acht Uhr wird das einzige autorisierte Foto (Abb.3) von der Situation genommen und Marschall Foch bricht per Zug auf nach Paris zum Präsidenten der Republik, Poincaré.
Um 11.30 Uhr durfte der Zug der deutschen Delegation seine Rückreise nach Spa antreten. Dies ist der Moment und
die Stelle wo der Waggon 2419 D eine noch unvorhergesehene extra symbolische Bedeutung erhält, sowohl für die triumphierenden
Franzosen als auch für die schwer erniedrigten Deutschen....
Die Franzosen greifen dem schon einmal vor, angesichts
ihrer freien Wiedergabe und Interpretation der photografischen Berichterstattung.
(Abb. 4,5,6)
Abbildungen 4,
5 und 6 sind inszeniert, Marschall Foch hatte das Fotografieren verboten.
1. Zwei Züge im Wald von 1918
2. Ein Verhandlungsdokument
von 1918
3. Foto nach den Verhandlungen vor dem Waggon.
4. Manipuliertes Bild der Wald-Szene (siehe Foto 1)
5. Impression
der Tischordnung im Waggon 1918
6. Manipuliertes Bild der Verhandlungen (Siehe Abb. 5)
7. Manipuliertes Bild: Die
Überquerung der deutschen Delegation zum blindierten Waggon, wo der Kopf von Foch angebracht ist, suggerierend,
dass dies der Waggon 2419 D sei.
8. Karte von Compiègne und Umgebung (Michelin)
*) Sehe auch 1922 Compiègne 11r November








