Parijs 1927, Verfall.

Wagon 2419 D  steht seit 1921 in Paris und wird dort bis 1927 bleiben. Schon schnell ermattet die Andacht bei den Franzosen für den Waggon, trotz Warnungen des Museumsdirektors und Kritik aus der Gesellschaft; so kommt die Wartung ernstlich in Gefahr. Vermutlich hatten die Franzosen kein Geld mehr für die Wiederherstellung des Waggons. 1927 wird der Waggon nach Compiègne überführt, es ist nicht bekannt zu welchem zeitlichen Aufenthaltsort.

Compiègne 1928, Ein neuer Ehrenplatz




Um den 11. November 1927 herum, als der Waggon schon in Compiègne steht, wird endlich bei einem reichen Amerikaner namens Arthur Henry Fleming Geld gefunden (scheinbar mit größerem historischen Bewusstsein) und werden die notwendigen Arbeiten ausgeführt und ein neuer Ehrenplatz gebaut.
Vermutlich am symbolischen Datum des 11. November 1928 wird der verwahrloste Waggon festlich in dem neuen, überdachten Ehrenplatz untergebracht.

Gleichzeitig wird in dem neuen Museum eine französische Ausstellung über den ersten Weltkrieg eröffnet. Die Festlichkeiten, genau zehn Jahre nach dem Waffenstillstand von 1918 und in Anwesenheit von Marschall Foch und General Weygand unterstreichen die symbolische Bedeutung des Waggon 2419 D (bezahlt mit US-Dollars) und tragen hiermit zum Mythos bei.
Die vielen prahlerischen Schriften und Abbildungen, die darauf folgen, geben der Geschichte mehr Kolorit, mehr oder weniger angepasst an die französische Phantasie.

Möglicherweise wächst hierdurch der Ärger bei den östlichen Nachbarn, extra angeschürt durch das hinzugefügte Nazisalz in den deutschen Wunden. Selbst im Januar 1940 beginnt ein französischer Herausgeber noch mit dem Verkauf einer neuen Serie Abbildungen über die Geschichte der Wagon- Lits.
Kurz darauf sollte die Revanche erfolgen.......