Compiègne 1922,
Ehrengast.
Schon schnell wird Compiègne als historischer Ort des ersten Weltkrieges
vergessen und verwildert vollständig. (Abb.1)
Gelegentlich erheben sich Stimmen was zu tun sei, aber die
Aufmerksamkeit richtet sich vor allem auf den Wideraufbau Frankreichs.
Dank der Ausdauer einiger Journalisten (und Kriegsveteranen des ersten
Weltkrieges) erhält der Ort wider mehr Aufmerksamkeit ; man entscheidet
sich für einen Plan von Marcel Magès, Architekt-Konstrukteur und
ebenfalls Veteran. Auffällig ist, dass sein royaler Entwurf von den
exakten Standorten der Zugteile ausgeht. (Abb.2,3)
Die Clairière de l’Armistice wird am 11. November 1922 in Anwesenheit
aller beteiligten Alliierten aus dem In- und Ausland offiziell
eingeweiht. Gleichzeitig beginnt der Bau eines Museums.
Compiègne,
der Ort der Handlung
1922 waren die Standorte der beiden Züge während der Verhandlungen in
1918 durch Augenzeugenberichte bekannt (Bahnbeamten).(Abb.4,5)
Die Entwerfer der Clairière konnten dementsprechend auch die korrekte
Position des Waggon 2419 D benutzen um exakt dort den Gedenkplatz der
Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrages zu erstellen.
1929, nach Marschall Fochs Tod werden Fotos und Ansichtskarten
der betreffenden Züge während der Verhandlungen publiziert. Die Fotos
wurden 1918 trotz Fochs Verbot durch Pierre Toubeau gemacht,
später vielfach verwendet und von allen möglichen Retuschen und Montagen
versehen.
Das Übersichtsfoto (Abb.5) spricht für sich,
die Positionen der beiden Züge sind auf ein Luftfoto des Monuments
projektiert. Die Position des Wagon 2419 D ist gut wahrnehmbar,
ebenso die hölzerne Plattform zum Zug der deutschen Delegation die in
den Waggons Nord ALS 8 und Nord ALS 11 untergebracht war,
den ehemaligen Privatzügen von Kaiser Napoleon III. Die deutschen
Bevollmächtigten haben nur wenig Zeit im Waggon 2491 D zugebracht, die
meiste Arbeit wurde im Waggon ALS 8 unter der Leitung von General
Weygand verrichtet.
Die Züge durften einander nicht gegenüber stehen um Marschall Foch den
Anblick der herumlaufenden Deutschen zu ersparen.
Waggon Nord ALS 8 von Keizer Napoleon III ist bewahrt geblieben
und befindet sich seit 1934 im Automobilmuseum von Compiègne.(Abb.6)
Waggon Nord ALS 11 befindet sich in Privatbesitz ist im
"Hameau du vin" in Romanèche-Torins (Saône et Loire) zu besichtigen.
Mit Dank an Michel Souquet und der Website "Pages 14-18"
(s. Bibliographie)





